Die Viererbanden

 

Viererbanden, im Sinne enger Verbundenheit von Menschen in vier Temperamenten, finden schon im Kindesalter zusammen, wenn dafür die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind: die Möglichkeit selbständig Beziehungen einzugehen, eine hinreichend große Auswahl an Personen und eine gemeinsame Interessenlage oder Zielsetzung. Eine solche Formation, in der alle sexuellen Grundwerte und Temperamente vertreten sind, hat am ehesten die Fähigkeit, langzeitstabil zu sein. Bei Kindern ist es schwierig, geeignetes Anschauungsmaterial zu finden, vor allem, wenn es auch noch gemeinfrei sein soll. Ich konnte nur zwei Beispiele dafür finden. Als Ersatz werde ich drei familiäre Kindervierer zeigen, welche natürlich Zwangsformationen sind, zwar in enger Verbundenheit, aber nicht selbstbestimmt. Ich nenne sie unechte Viererbanden.

Bei historischen Aufnahmen ist das Verhalten der Fotografierten noch nicht gesellschaftlich in dem Ausmaß wie heute gesell-schaftlich geprägt, sodass die individuellen Charaktereigenschaften deutlicher zum Ausdruck kommen. Das gilt vor allem für Kinder. Deshalb werde ich mit ihnen beginnen. Zur Kennzeichnung des Temperaments verwende ich die polarisierenden Zeichen aus dem Traktat.

 

 

            Familiennachwuchs 

              

 

Der Titel dieses Bildes „Sawyers-Kinder (1885) legt nahe, dass es sich um Geschwister handelt, auch wenn die Charaktere hier weit auseinanderdriften. Bei vier Geschwistern ist es eine nicht seltene Ausnahme, dass das genetische Lotto die vier Temperamente hervorbringt. Sie spielen hier zusammen und sind eng verbunden. Es herrscht „Arbeitsteilung“: Die „starken“ Jungen ziehen den Bollerwagen, die „schwachen“ Mädchen werden kutschiert. Das Mädchen links macht den Eindruck einer gequälten Heulsuse. Die Peitsche in der Hand kann nicht ihrem Selbstbewusstsein aufhelfen (-- +). Ihre Schwester ist auch kein Kind von Fröhlichkeit. Sie wirkt ängstlich, gehemmt, und verschlossen, der Hund bietet ihr Schutz (-- --). Ganz anders der männliche Teil. Der kleine Hassbolzen mit prügelfestem frontalsymmetrischen Stand stellt für mich als Trotzkopf den Urtypus von feindlicher Stärke dar. Er mag nicht fotografiert werden, und blickt finster an der Kamera vorbei (+ --). Der größere Bruder steht mit der Deichsel in der Hand etwas schüchtern da, blickt aber als einziger den Fotografen mit einem vorsichtigen Lächeln an, ist zwar verschüchtert, fühlt sich aber nicht bedroht (+ +).

 

 

 

            Vier Brüder um 1900

 

 

Bei diesen vier Spielkameraden liegt meine Vermu-tung nahe, dass es sich auch um Geschwister handelt. Ihre Ähnlichkeit, die Altersverhältnisse und die unterschiedlichen Spielsachen, die alle mit ins Bild mussten, deuten darauf hin. Zu der damaligen Zeit wurden kaum Fotos von sich selbst formie-renden Kinderbanden gemacht. Ich sehe auch hier wieder die vier Temperamente vertreten. Nur der stehende Junge rechts blickt provozierend in die Kamera. Er steht mit Stand- und verdrehtem Spiel-bein bräsig da und ist sich seiner körperlichen Überlegenheit bewusst (-- +). Sein Gegenpol ist der Junge mit dem Reifen. Seine Jacke ist zugeknöpft, und er gibt sich auch so. Sein wegschauendes Gesicht zeigt Groll der gezwungenen Veranstaltung gegenüber. Gegen seinen großen Bruder kommt er nicht an. Er möchte auf der verfallenen Mauer sitzend keine ordentliche Haltung einnehmen, nur Protest ausdrücken (+ --). Die beiden Jungen in der Mitte empfinden die Zwänge des fotografischen Diktats nicht als Zumutung. Die Streitsucht ihrer Brüder um Nichtigkeiten geht sie nichts an. Der kleine Junge auf der Schaukel (-- --), dem man den Federballschläger in die Hand gedrückt hat, gibt ein Muster an Bravheit, zeigt keine Gefühle, und schaut unergründlich ins Leere. Der vierte breitet sich in den gedrängten Verhältnissen so gut wie möglich aus, und blickt über seine aktuelle Lage hinweg erwartungsvoll in die ferne Zukunft (+ +). Eine enge Verbundenheit ist hier nur durch die familären Bande gegeben.

 

 

 

Diese vier tibetischen Kinder aus der Gegend von Ngatschuka (Südtibet) stehen vor dem verhange-nen Gemäuer  im Freien zur Abhärtung in etwa viertausend Meter Höhe. Nur im Kindesalter bildet sich bei großer Kälte eine Fettschicht, welche dann im Alter die tief gefurchten Gesichtszüge entstehen lässt. Das Mädchen links versucht sich mit der Katze in Positur zu bringen, was nur schwer zu gelingen scheint (++)Die Jüngste hockt  versam-melt auf dem Boden, möchte nicht hoch hinaus, und ignoriert die Kamera (– –). Die dritte steht steif angelehnt am Zeltinneren, wobei sie angestrengt ihre Blöße mit einem Horn bedeckt. Ihren Widerwillen gegen die fotografische Aktion lässt sie deutlich erkennen (+ –). Der Junge ist hier als Außenseiter in voller Montur gekleidet, die der Kälte angemessen ist. Er scheint sich um nichts zu kümmern, und steht mit überschlagenem Bein, ein Dokument wie eine Harmonika schräg ins Bild haltend, verdreht in Positur, den Blick abgewendet (– +). Das Foto ist von Jack Mathewson, dem Begleiter von Wilhelm Filchner auf einer Tibetexpedition.

 

 

Ein weiteres bekanntes Beispiel für viertemperamentigen Nachwuchs sind die Bush-Brüder der Präsidentenfamilie.

 

 

Bei der folgenden Aufnahme von vier Straßenkindern um 1900 in einem Armenviertel ist unklar, wie sie zustande gekommen ist. So kann ich das Ausmaß ihrer Verbundenheit nicht feststellen. Für mich steht aber fest, dass sie die vier Temperamente vertreten.  

 

 

Der Junge links steht locker mit Stand- und Spielbein, und blickt ohne Gemütsbewegung am Finger lutschend den Fotografen erwartungsvoll an (+ +). Das Mädchen daneben blickt frontal in die Kamera, ihre Stellung mit den Armen hinter dem Rücken wirkt recht verkrampft, auf Abwehr gerichtet, als wäre der Fotograf ihr Feind (+ --). Der große Junge daneben bietet einen verquälten Anblick, als würde er sich selbst bedauern. Er wirbt um Mitleid, und seine Stellung ist die eines Fragezeichens (-- +). Das Mädchen rechts hat ihre Arme auch hinter dem Rücken verschränkt, und blickt etwas bekümmert und ängstlich, aber ansonsten zurückhaltend in die Kamera (-- --). 

 

 

Das Foto der vier Strandläufer in Indien zeigt eine echte Viererbande auf Beutejagd bei Touristen.

 

Der Junge links blickt ängstlich und schüchtern drein. Seine Gleichgewichtshaltung ist prekär. Er sucht Schutz durch Anlehnung an das Kraftzentrum der Gruppe (-- --). Der Kleine neben ihm macht einen aggressiven Eindruck. Sein Lächeln tendiert zum Zähnefletschen, als wollte er dem Fotografen an die Gurgel fahren. Seine Stellung ist als einzige vorwärts orientiert (+ --). Anders sein Nachbar: Er zeigt sich misstrauisch, aber der Situation mit sicherem raumgreifendem Stand und robuster prügelfester Körper-lichkeit gewachsen. Seinen geliebten Giftzwerg hält er mit sicherem Armgriff von unüberlegtem Vorwärtsstürmen ab (-- +). Der Große zeigt sich locker über der Situation stehend. Seine verdrehte Haltung mit Stand- und Spielbein will auffallen. Seine an der Hüfte aufgestützten Arme zeugen von Selbstbewusstsein und Überlegenheitsgefühl. Er hält Abstand, ist etwas Besseres und der ziemlich verrückte Ideengeber der Gruppe, hier mit der Aussicht auf Rupies, aber zur Chefposition derselben fehlt ihm die Verlässlichkeit (+ +). Aber ohne ihn gäbe es das Foto wohl nicht.

                            Gelegenheitsfoto eines Bekannten am Strand von Madras

 

 

                Ein Fototermin im Urwald

 

 

Die vier Frauen der Mpongwe (Gabun) ließen sich auf eigenen Wunsch 1885 von dem Fotografen F. W. Joaque in von ihnen gewählten Posen fotografieren. Das Foto bleibt mir in vielerlei Hinsicht rätselhaft, und führte mich anfangs in die Irre. Die gedrückte Stimmung, die hier herrscht, ist das Gegenteil von dem heute gewohnten „bitte recht freundlich“. Keine der Frauen wagt einen Blick in die Kamera. Der afrikanische Fotograf entsprach jedoch dem Wunsch vieler Einheimischer nach einem eigenen Bild. Die Ungezwungenheit zeigt die Unterschiede ihres Temperaments deutlicher als unser gewohntes Posieren. Der schon penetrante Machoblick der 2. Frau fällt mir als erstes auf (+ --). Der brütende nachdenkliche Blick zu Boden der 3. Frau lässt auch nichts Erfreuliches vermuten (-- +). Die vierte zeigt dumpfes Beharren, und ergibt sich verschlossen in ihr Elend (-- --). Die erste zeigt einen Anflug von spöttischer Überlegenheit. Sie lässt sich nicht von dem Aufwand mit dem monströsen Zauberkasten die Stimmung verderben (+ +). Der Unterschied zwischen symmetrischer und asymmetrischer Armstellung gibt Hinweise auf ihr Temperament (siehe auch „Die Posen“). Das Leben in ihrem Stamm war wohl kein Wonneschlecken.

 

 

             Fünf weibliche Offiziere 

 

 

Hier stellen sich Respektspersonen vor. Fünf afroamerikanische Offiziere dokumentieren ihre Zusammengehörigkeit durch das teure Foto in privatem Ambiente, ohne dass ihre Funktion sichtbar wird. Bei einer Fünferbande muss ein Temperament doppelt besetzt sein. Die Frau links ist die einzige, die etwas schelmisch in die Kamera lächelt, und für die Rolle good cop (+ +) die Idealbesetzung ist. Die Frau in der Mitte ist auf dem Bild der in sich ruhende Pol, irgendwie als Puffer, mit ängstlich verschlossenem Gesicht (-- --). Bei den drei restlichen fällt mir ihre enge Verschnürung auf, die unter Druck setzt und aggressiv macht. Am auffälligsten zeigt das die vierte, die sich mächtig, fast provozierend aufplustert. Sie hat offenbar Mühe, sich behaupten zu müssen (-- +). Die zweite lässt auf ihrem Gesicht unverhohlen streitbare Niedertracht erscheinen (+ --), während die letzte Härte verbunden mit Besonnenheit erkennen lässt. Ihre markanten Gesichtszüge und die wuchtige Konstitution strahlen Autorität aus, die sich nicht ständig beweisen muss. Hier war ich lange bei meiner Einschätzung unschlüssig, aber die asymmetrische schiefe Körperhaltung mit dem zwar energischem aber nicht unfreundlichen Blick deuten auf (+ +) hin. Sie hat Durchsetzungskraft und Führungsqualitäten.

Personen des gleichen Temperaments zeigen dieses in einer Bande von mehr als vier Teilnehmern in stark unterschiedlicher Ausprägung, hier schon rein körperlich, wobei zu beobachten ist, dass zwei Personen mit gleichem Temperament voneinander Abstand halten, physisch wie emotional, und in der Besetzung von Werten. Vorne hat sich die freundliche Schiene aufgereiht, hinten die feindliche.

 

 

                   Vier Gewerkschaftler

 

 

Auch die vier Führer der Tabakgewerkschaft möchten alle nicht freundlich posieren, sie möchten gefürchtet werden. Trotzdem gibt es sitzend das freundliche Paar, stehend das feindliche. Der Mann links zeigt in seinem Gesicht vorsichtige, aber beharrliche Ent-schlossenheit (-- --). Die Frau daneben ist hier das verbindliche Element, das festgefahrene Verhandlungen wieder in Schwung bringen kann (+ +). Härte und Aggressivität vermittelt der Herr mit dem Stock so, als würde er gleich auftrumpfend explodieren (+ --). Auch der dämonisch blickende vierte ist furchterregend (-- +). Alle sind wohl keine Verhandlungspartner, die sich die Gegenseite wünscht.

 

Krieger des Dalai Lama

 

 

Ein Arzt durfte 1906/07 einreisen in das Land der abgeschotteten Klostertyrannei (es gab auch Räuberklöster). Von ihm stammt das Bild dieser kriegerischen Viererbande des Dalai Lama mit Waffen und Kettenhemden vor den Toren  Lhasas.  Der unterschiedliche Kopfschmuck ist wohl ein  Rangabzeichen. Alle haben einen breitbeinigen Stand. Der Krieger links hat eine freundliche, fast gemütvolle Ausstrahlung, die auf einem gesetzten Überlegenheitsgefühl beruht, das auf Wichtigtuerei verzichten kann (+ +). Im Gegensatz dazu  bläht sich sein Nachbar mächtig auf, und vertraut auf provozierend abschreckendes Gehabe und furchterregendes Mienenspiel (-- +). Der dritte steht als Rekrut unterwürfig schlapp als treuherziger Schluffen da, und lässt die Arme hängen. Mit seiner Langwaffe (Pike) wird er wohl aus der 2. Reihe kämpfen müssen, weil ihm die anderen einen Nahkampf nicht zutrauen (-- --). Um den Bildaufbau nicht zu verderben, muss der vierte unter Einhaltung der Frontlinie die Pike, welche auch in voller Länge ins Bild muss, zwischen die Beine nehmen. Nur so kann er seine perfekte soldatische Haltung zeigen: symmetrisch fester Stand, Brust raus, Bauch rein, fester Blick (+ --).

 

 

                    Eine Tuchmacherzunft

 

 

Sechs Mitglieder der Tuchmacherzunft, von Rembrand abgebildet, beraten sich über die Unterlagen, die der Sprecher und Schriftführer hier erläutert (-- +). Alle haben sich in einen pastoralen Umhang mit weißer Halskrause gekleidet, eine Kluft, die zugleich Geschlossenheit demonstriert, und für Seriosität bürgen soll. Das Führungsquartett in der Mitte ist viertemperamentig. Ein kritischer Geist, der sich aufstützend als Aufsichtsperson geriert, beugt sich mit strengem Blick aber nicht über den Geschäftsbericht, sondern fasst den Maler ins Auge, der ihn wohl stört (+ --). Ein weiterer begutachtet freundlich interessiert das Schriftwerk (+ +). Der Mann im Hintergrund, als Einziger bescheiden ohne Hut, will sich nicht vordrängen, zeigt Interesse an der Angelegenheit, will sich aber derzeit nicht äußern, und wartet ab (-- --). Die beiden Randfiguren sind in der ersten Version des Bildes, welche ich fand, weggelassen, und verdoppeln zwei Temperamente: Der linke sitzt behäbig in seinem Sessel: er freut sich, dass er dazu gehört, und lässt die anderen machen (-- --); der rechte hat große Ähnlichkeit mit dem Schriftführer, ist aber nicht bei der Sache, und ergreift seinen Beutel, als wolle er sich gleich verabschieden (-- +). Auch hier halten gleiche Temperamente Abstand voneinander.

 

 

                 Ein Aufstand bei der Vorstandssitzung

 

 

Das faszinierend ehrliche Bild von Frans Hals zeigt ganz offensichtlich eine Konfliktsituation. Die auffällige Uniformierung mit der weißen Halskrause als Präsentierteller trennt den willigen Kopf von dem schwachen in schwarz gehüllten Fleisch: Ausdruck von calvinistischem Schwarzweißdenken. Die Uniform kann aber die Meinungsverschiedenheiten der vier Temperamente nicht überdecken. Die bärbeißige Vorsitzende mit strengem direktem Blick (+ --) hütet als Schrift- und Protokollführerin die Vereinsstatuten als Zeichen ihrer Macht. Sie sitzt und herrscht. Ihre Beisitzerin hält zwar vorerst noch zu ihr, zeigt sich aber unruhig besorgt, könnte schnell aufstehen und verstößt mit dem winzigen Detail des Ringes an dem linken Zeigefinger gegen die verordnete Uniformität. Man sollte sie nicht unterschätzen: Sie könnte noch was in der rechten Hinterhand halten.  Sie entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse

(-- +). Die dritte im Bund zeigt sich aufständisch. Ihr herausfordernd trotziger und überheblicher Blick wendet sich ab von Vorsitz und Tagesordnung und gibt zu verstehen, dass hier etwas im Argen liegt. Stuhl und Tisch verleihen ihrem Protest soliden Halt. Abspeisen wird sie sich nicht lassen. (+ +). Die vierte im Bunde – sie ist mit der Schreibtafel wohl Rechnungsführerin – schaut mit freundlich bigottem Blick in Richtung der Chefin, zeigt aber mit ihrer leeren geöffneten Hand, dass die Kasse wohl leer ist. Sie wird sich auf alle Fälle der Mehrheit beugen (-- --). Dargestellt ist übrigens der Vorstand eines Sozialhilfevereins, eine Frauendomäne.

 

 

               Zwei Viererbanden

 

 

Die Friedensverhandlungen zwischen Frankreich und dem Hl. Röm. Reich, die im Frieden von Baden den Erbfolgekrieg in Spanien beendeten, erstreckten sich über mehrere Jahre. Da sollten die Delegationen mit Bedacht ausgewählt sein, damit es weder intern, noch extern zu großen Reibungsverlusten kommt. Gut eingespielte Teams sind dabei unbedingt erforderlich, welche alle Aspekte beachten. Die Auswahl sollte deshalb viertemperamentig sein und mehrheitlich, aber nicht ausschließlich, viel Sitzfleisch vorweisen. Die französische Delegation links hat allesamt eine Konstitution, welche Sitzfleisch verbürgt. Der Leiter ganz links setzt sich affektiert in Szene. Mit schelmischem Blick aus seinen Glubschaugen ist er jederzeit für eine Überraschung oder einen Scherz gut, der festgefahrene Verhandlungen wieder flottmacht (-- +). Sein Nachbar öffnet mit freundlich mokantem Blick seine Hand: „Was habt ihr zu bieten?“ Er gibt sich als Gemütsmensch, der mit sich reden lässt (+ +). Der dritte sieht mit bohrendem Blick den Maler an, bemüht, nicht unfreundlich zu erscheinen, und könnte sich als harte Nuss erweisen (+ --). Der vierte vermeidet den Blickkontakt, macht aber ein freundliches Gesicht, und beschäftigt sich lieber mit den Unterlagen (-- --). Die Gegenseite zeigt sich schon in ihrer körperlichen Konstitution heterogener. Der Leiter, zu erkennen an der schwarzen Perücke, hat wohl schon Schweres durchgemacht, und zeigt sich schreckhaft. Er hat an der Brust einen Orden baumeln, und dürfte ein zäher, aber unruhiger Verhandler sein (-- +). Sein Nachbar betrachtet ihn  freundlich  kummervoll mit der  Absicht, ihn zu beruhigen und  ihm notfalls mit  dem Taschentuch zu  Hilfe zu kommen

(-- --). Der dritte ist ein jugendlicher charmanter Prinz, der aber schon knallhart ein Angebot der Gegenseite fordert (+ +). Der letzte hat gut aufgepasst, und in seiner Unterlage etwas Kritisches entdeckt, womit er sich halb erhoben wichtig zu machen gedenkt (+ --). Das Temperament des Hundes bleibt ungeklärt.

 

 

 

                     Anarcho-Gaukler

 

 

Die Marx Brothers hatte ihre durchschlagenden Erfolge in einer Zeit (zwanziger und dreißiger Jahre) großer gesellschaftlicher Umbrüche, die alle Werte in Frage stellte. Neben den gemeinsamen wirbelnden Slapstick-Auftritten hatte jeder der Viererbande seine Spezialdisziplin. Eine klare Rollenverteilung ist für den Bestand einer Gruppe wesentliche Voraussetzung. Chico winkt uns hier ein Hallo zu. Seine Rolle ist die eines italienischen Hallodri mit Seppelmütze auf Frauenjagd. Mit seinem perfekt eingeübten Klavierspiel in Ein-Finger-Technik konnte er seinen Charme entfalten, und verbergen, dass er im Grunde ein Ordnungsmensch war. Gerade die Simulation von chaotischem Treiben erfordert ein hohes Maß an Dis-ziplin. So war er wohl Anführer der Bande (+ --). Dazu waren die anderen beiden Vollblut-Komiker vor lauter Selbstverliebtheit nicht in der Lage. Groucho: Den Namen assoziiere ich mit harter, schwer verdaulicher Kost. Als zynische Quassel-strippe führte er stets das große Wort, wofür er Opfer suchte, und spielte mit ange-maltem Schnurrbart und Zigarre im Mund den Big Boss. Sein Zuständigkeitsbereich waren die Gesangseinlagen, eine entfesselte Balz (+ +). Da mit seiner Kodder-schnauze niemand konkurrieren konnte, versuchte es Harpo erst gar nicht, blieb immer stumm, und fand seine Rolle in grimassierender Pantomime. Er war immer in zappeliger Aktivität, bloß dann nicht, wenn er sich an die Harfe setzte. War er sonst immer der überdrehte Komiker, verwandelte sich dann sein Gesicht in ein Antlitz, und es musste ein erhabenes Schweigen wie im Konzertsaal herrschen. Kaum war der letzte Ton verklungen, musste er gleich wieder alles ins Lächerliche ziehen, zappeln und Grimassen schneiden (-- +). Dann gab es noch den Fremdkörper Zeppo in der Gruppe. Er verkörperte den biederen Durchschnittsbürger, an dessen filmische Aktivitäten ich mich nicht erinnern kann. Er war der Typ, der quer durch eine aufgewühlte Szene laufen kann, und niemand hat ihn bemerkt. Schauspielerisches Talent fehlte ihm, und er hatte mangels Masse auch keinen solistischen Auftritt. Warum war er dann dabei? War er bloß dazu ausersehen, dass man sich über ihn lustig machte? Den Eindruck eines Watschenmanns macht er nicht. Oder gab es ein unbewusstes Bedürfnis, dass auch das vierte Temperament vertreten sein sollte, damit eine runde Sache draus wird? Oder sind seine Fähigkeiten uns verborgen? Für die drei Triebtäter stellt sich ja die Frage: Wie kommt man von dem Gekaspere wieder runter? Wer schlichtet die unvermeidlichen Hahnenkämpfe? Es gibt ja noch das Leben außerhalb der Bühne, aber das ist privat, den Blicken entzogen (-- --).

 

Auch gab es noch den fünften Bruder Gummo. Er hatte das Schicksal des fünften Rads am Wagen, das gleiche Temperament wie Groucho, konnte mit ihm aber nicht konkurrieren, was er bald merkte. Er wirkte dann hinter den Kulissen, wo er die Deichsel übernehmen konnte. Wie ich schon bei anderen Gruppen anmerkte, halten die Mitglieder gleichen Temperaments den maximalen Abstand voneinander, und besetzen unterschiedliche Werte.

 

              Ernste Angelegenheit

 

 

Das Amadeus-Quartett präsentiert sich hier konventionell als seriöse Musikdarsteller. Das Schwarzweißfoto ist ihrer Haltung angemessen. Streng fasst uns der Cellist ins Auge (+ --). Der erste Geiger blickt etwas missmutig drein, als könne er nie zufrieden sein mit seiner und aller Leistung, deshalb ist er der Primarius (-- +). Der zweite Geiger sieht sein Wirken deutlich gelass-ener und zufriedener, weil er seine Grenzen kennt (+ +). Der Bratscher nimmt sich nicht wichtig, darf es auch nicht, und widmet seine Aufmerksamkeit liebevoll seinem Instrument, als wolle er sich hinter ihm verstecken (-- --).

 

 

                Mehr Farbe! Her damit!

 

 

1967, als es in der Studentenbewegung bereits rumorte, bewirkten die Beatles als Protagonisten eine kulturelle Revolution in der Breite, gegen Duckmäusertum und Untertanengeist. Die Farbe wurde zum Vehikel der Aufmüpfigkeit, durchbrach den Grauschlei-er von sexuellen Verdrängungen, und machte eine Form des kollektiven Exhibitionismus zur Norm, die dem Konsumismus neue Entfaltungsmöglichkeiten bescherte. Auch die Voyeure wurden davon angesteckt und machten mit.

Aber selbst bei den exaltierten Posen lassen sich Unterschiede erkennen: Ringo ist mit eingeknickten Beinen zu sehen, als würde er zu einem Hüpfer der Begeisterung ansetzen. Einhändig winkt und schreit er uns ein Hallo zu. Seine Stellung ist in prekärem Gleichgewicht (+ +). Paul steht leicht angelehnt, aber bolzgrade symmetrisch und etwas steif mit erhobenen Armen da, als wolle er sich ergeben (-- --). John breitet die Arme allumfassend aus: Ihr seid alle eingeladen, die Welt gehört uns. Auch er setzt zu einem Freudensprung an (-- +). Am wenigsten exaltiert gebärdet sich George mit sparsam einladender Geste: Kommt, und macht mit, kauft unsere Hits! (+ --).

 

 

                     Ausgewählte

 

 

 

Diese Pilzköpfe wurden 1966 als Schauspieler für eine Fernseh-Dauerserie gecastet und zu der Popband The Monkees zusammengestellt. Als Persiflage auf die Beatles sollten sie Blödmänner darstellen, Musik und Songs lieferten andere. Das verlangt nur wenig musikalische Kenntnisse, dafür eine robuste Konstitution, und nicht zu vergessen eine viertemperamentige Auswahl. Die Gruppe löste sich auf, als sie eigenständig Musik machen wollte. Wenn die Zielsetzung nicht stimmt, helfen auch die vier Temperamente nicht weiter.

Mich fasziniert das Bild durch seine Banalität.

Oben (-- +), (+ --); unten (+ +), (-- --).

 

 

                  Eine Viererbande mit dubiosen Paarungen

 

                                     (+ --)                           (-- --)                                  (+ +)                                   (-- +)

 

Es dürfte nur wenige ältere Menschen geben, welche die Popband ABBA nicht gehört und gesehen haben. Es fiel mir auf, dass hier sowohl die Männer wie die Frauen „stimmige“ Paarungen ergeben: die Männer auf der feindlichen, die Frauen auf der freundlichen Schiene. Aus meinen Erfahrungen mit musikalischen Kleingruppen ist mir bekannt, dass schon erotische Techtelmechtel innerhalb der Gruppe diese in kürzester Zeit auseinanderfliegen lassen. Wenn dann gleich zwei unkonventionelle Paarungen standesamtlich vollzogen wurden, weckt es meinen Verdacht, dass es hier darum ging, homosexuelle Verhältnisse zu tarnen, welche damals in spießigen Zeiten den Erfolg hätten trüben oder gar unmöglich werden lassen können. Diese Tarnbeziehungen längere Zeit durchzuhalten, in welcher Art und Weise auch immer, dürfte ein heikles Unterfangen gewesen sein. Nur die Sucht nach Erfolg kann solche Paarungen, die ich partielle psychische Homosexualität nennen möchte, überhaupt erträglich erscheinen lassen. In dieser Gruppe war wohl vieles falsch, und Schauspielerei das oberste Gesetz. Erstaunlich die Disziplin, mit der die Gruppe das lange Zeit durchgestanden hat. Da es mir kein Bedürfnis ist, diese Beziehungen detektivisch aufzudröseln, möchte ich das den kenntnis-reicheren Liebhabern dieser Gruppe überlassen.

 

 

                            Rocking Oldies

 

                                                             (+ + )                               (-- +)                      (+ --)            (-- --)

 

Gibt es eine bessere Bestätigung meiner These, dass eine Viererbande aus den vier Temperamenten die beste Voraussetzung für eine dauerhafte Verbundenheit darstellt? Gab es nicht in den Jahrzehnten als fahrendes Volk genügend Gründe und Anlässe, ihre Gemeinsamkeit für unerträglich zu halten, sich nicht mehr riechen zu können? Bewundernswert ist ihre physische und psychische Konstitution, das ganze Gedöns und Getöse, Drogen inklusive, durchgehalten zu haben. Deutlich unterschiedlich ist auch hier das Verhalten der Exhibitionisten links zu den Voyeuren rechts, die sich verhaltener präsentieren.

 

 

 

                     Eine Viererbande der geistigen Erhebung in Weimar

 

 

Diese hochgelehrte Viererbande hat aus dem verschlafenen Herrensitz von gerade einmal 600 Einwohnern eines unbedeutenden ärmlichen Herzogtums eine Kultstätte des freien Geistes gemacht, übrigens unter dem Patronat der jungendlichen Regentin Anna Amalia als treibender Kraft. Schulden machend kann sie den Dichter und Philosophieprofessor Martin Wieland als Erzieher ihrer Söhne anwerben. Ihrem Sohn Karl August gelang es dann, Goethe in Weimar anzusiedeln. Das bewegte dann weiterhin Friedrich Schiller und Gottfried Herder, als obersten Prediger der Stadt, hinzuzukommen. Sie fanden aneinander Gefallen, vor allem in ihren Auseinandersetzungen. Jean Paul war auch zeitweilig dabei, aber sein Temperament war schon besetzt. Die kulturelle Elite machte Weimar zum Treffpunkt, Verlage siedelten sich an, das Theater zog Menschen an, Weimar blühte auf.

"Wir irrten uns aneinander, es war eine schöne Zeit" (Goethe)

 

 

 

                     Eine Viererbande der gesellschaftlichen Vernichtung (Jakobiner)

 

 

Im Gegensatz zur vorstehenden Viererbande war die jakobinische des Terrors aufgrund der sich überstürzenden Ereignisse nur sehr kurzlebig, entspricht daher nicht ganz meinen Definitionen, und ist deshalb im Bewusstsein der Nachwelt zu einer virtuellen geworden. Die viertemperamentige Bande ist also keineswegs die Garantie auf Langlebigkeit. Die nicht nachhaltige Zielsetzung der Jakobiner folgte einem religiösen Impuls der Säuberung und des jüngsten Gerichts: die Mächte des Lichts (Aufklärung, Rationalität, Gerechtigkeit, Wahrheit) gegen die Mächte der Finsternis (Adel, Klerus, Korruption, Lüge), der Terror der Tugend gegen den Terror des Lasters. So will die Bande die Bösen vernichten, damit nur die Guten übrigbleiben. Der Weg dahin folgt dem üblichen Muster: radikal, radikaler, am radikalsten. Neu ist nur, dass man nicht mehr mit Lustgewinn mordet, sondern streng rationell (Guillotine), ohne Foltergeilheit wie in früheren Zeiten. Das Morden wurde bürokratisch, wo die Zahl zur Messlatte des Erfolgs wird.

Die Antreiber, alle Männer des Geistes sind auch die Getriebenen: Saint-Just, der Todesengel, ein erfolgloser Schriftsteller, aber sprachgewaltiger Ankläger; Marat, von Krankheiten gezeichneter Schmerzensmann, ein verkrachter Wissenschaftler und Zahlen-fetischist, Herausgeber des Hetzmagazins „Volksfreund“; Danton, Advokat, begnadeter Volksredner und genussfreudiger Lebemann; Robbespierre, der furchtbare Jurist, asketischer Gerechtigkeits- und Tugendfanatiker, der fähige Planer und Organisator der Schreckensherrschaft.

Da jeder etwas zu verbergen hat, ist jeder verdächtig und kann denunziert werden. So ging es auch ihnen.

 

 

 

                                                               Virtuelle und fiktive Viererbanden  

    

Bei der „Hochzeitsfeier“ von Sandro Botticelli komme ich im Hinblick auf die vier Temperamente an eine Grenze meiner Deutungen. Ein hochgeachteter Maler wie B. kannte mit Sicherheit wie A. Dürer die Temperamentenlehre, die in der Renaissance wiederent-deckt worden war. Sie gab die Möglichkeit, die charakterliche Vielfalt mit all ihren Extremen nicht dem Wirken von Teufeln und anderen Dämonen zuschreiben zu müssen, sondern dafür eine rationale Erklärung zu suchen. Das geht am ehesten, wenn man aus Gesichtsausdruck und Haltung auf den Charakter Rückschlüsse ziehen kann. Wenn ich auf den Bildausschnitten gleich viermal die 4 Temperamente entdecke (oder hineininterpretiere), so ist meine Deutung hoch spekulativ, aber nicht völlig abwegig. Am ehesten sollten die jeweils ersten 4 Personen an der Tafel reale Persönlichkeiten gewesen sein, die sich viertemperamentig zusammen-gesetzt haben, wohingegen die jeweils 4 Domestiken mit ihrem flüchtigen Auftritt wohl fiktive Personen aus der Fantasie des Malers gewesen sein dürften. Während es mir nicht schwer fällt die Personen an der Tafel einem Temperament zuzuordnen, gerate ich bei den Dienern in Zweifel, vor allem wegen der eingeübten affektierten Ballettposen, die nicht immer „passen“.

 

 Mit zunehmender Entfernung an den Tafeln ist die charakterliche Vielfalt zwar deutlich, aber die Personen werden undeutlicher, wohl auch „unwichtiger“, und ihre Einschätzung schwieriger. Den Mittelteil ohne Personen habe ich weggelassen. Ob der Maler bei den Domestiken die Absicht hatte, die vier Temperamente zweifach bewusst darzustellen, bleibt fraglich. Die Verdoppelung spricht aber dafür. Auch ob es bei den damaligen Theoretikern der Temperamentenlehre eine Kenntnis über die bevorzugten Posen der Temperamente gab, weiß ich nicht.

 

        (+ --)   (+ +)     (-- +)        (-- --)    (-- --)   (+ +) (-- +) (+ --)                  (+ +) (-- --)  (+ --)  (-- +)                      (-- +)       (-- --) (+ +)    (+ --)

 

                  fiktive Viererbande                        reale Personen                         reale Personen                                   fiktive Viererbande

 

Als fiktive Viererbanden bezeichne ich Vierergruppen, die nur bewusst oder unbewusst in der Wahrnehmung eines darstellenden Künstlers oder eines Betrachters wie mich entstehen. Ganz so abwegig, wie es heute erscheinen mag, wo die Temperamen-tentheorie als unwissenschaftlich in der Ablage der Erkenntnisse vergammelt, war es in früheren Zeiten seit der Renaissance nicht. Das Musterbeispiel einer virtuellen Viererbande ist Dürers Vier Apostel (siehe im Traktat), die es real nie gegeben hat. Ein Beispiel einer fiktiven  Viererbande ist das Propagandagemälde „Konterrevolutionäre“ (in den Posen), wo eine benannte Person mit drei fiktiven zu einer Viererbande komplettiert wurde. Ganz besonders gilt das natürlich für mein Titelblatt mit den 4 Gesichtersteinen.

Dies macht deutlich, wie nahe die Gefahr des Hineininterpretierens überall dort ist, wo es nicht um Tatsachen, vielmehr um Einschätzungen geht. Tatsachen könnte nur die Genetik liefern.

 

Die vier Apostel

 

 

Die vier Apostel aus dem Traktat als Beispiel für eine virtuelle Viererbande. Den Unterschied zwischen freundlichem und feindlichem Paar zeigt Dürer in den Gesichtszügen und den Requisiten: links Schlüssel und offenes Buch, rechts bei Markus Schwert und geschlossenes Buch, Paulus hält das eingerollte Wort als Zepter in der Faust.

 

               

                         Die Götter

 

                       (-- --)                                           (+ --)                                             (-- +)                                                 (+ +)

 

Die fiktive Viererbande von Göttern aus dem Himalaya demonstriert die globale Verbreitung des Bewusstseins der vier Temperamente. Die feindlichen Götter sind schwarz, die freundlichen weiß dargestellt. Ob sie in enger Verbundenheit sind, weiß ich nicht. 

 

           Fazit:

 

           Die Viererbanden sind das kleinste gemeinsame Vielfache der Temperamente, und damit ähnlich den Elementarteilchen die stabilste kleine Formation. Bei einer Dreierbande fehlt ein sexueller Grundwert. Bei größeren Formationen sind einzelne  Tem-peramente doppelt besetzt, was einerseits Rückschlüsse auf die Tendenz ihres Handelns zulässt, andererseits mit zunehmender Teilnehmerzahl die Formation instabiler werden lässt. Ab einer gewissen Größe, die für verschiedene Bereiche unterschiedlich sein kann, können die Teilnehmer die Konventionen nicht mehr gruppenintern auf annähernd gleichwertiger Basis bestimmen, und benötigen dafür einen Kommandanten. Der hat manchmal eine Viererbande als Beraterstab.  

    

 Die Viererbanden finden in der Regel unbewusst zueinander. Wie die Rollenbesetzungen von filmischen Dauerserien mit einer Viererbande im Einzelnen erfolgt, entzieht sich meiner Kenntnis. Selbst in einzelnen Filmen werden vier zentrale Figuren  so gut wie immer mit den 4 T. besetzt, bewusst oder unbewusst.

 In China, das den Begriff der Viererbanden eingeführt hat, gab es eine solche Politikergruppe in der Form der vier Temperamente gar nicht. Ich hoffe, diesem Begriff eine positive Bedeutung zu geben. Noch nie war das Viererbandenwesen so verbreitet wie heute. Deshalb bedauere ich, weder bei Popbands, Jazzbands, Quartetten aller Art nichts besseres einstellen zu können, da  ich meinen Blick bei diesen schulen konnte. Nur bei Gruppen mit historischer Bedeutung ist diese Restriktion aufgehoben. Die Rechte für Fotos aller anderer Gruppen liegen bei Agenturen, die dem Kommerz huldigen, und sind daher nicht gemeinfrei.